Porträit von Mag. Markus Haner Auinger

Kontaktperson Klimapolitik

Mag. Markus Hafner-Auinger, MA
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Internationale Klimapolitik

Mit dem Pariser Abkommen erzielte die Klimakonferenz der Vereinten Nationen im Dezember 2015 ein historisches Ergebnis für den internationalen Klimaschutz. In diesem Abkommen setzen sich die Vertragsparteien das Ziel, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur (gerechnet ab der Industrialisierung) deutlich unter +2 Grad Celsius zu halten, Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zu verbessern und die Entwicklungsländer im Rahmen der sogenannten Klimafinanzierung tatkräftig zu unterstützen. Die feierliche Unterzeichnung des Klimaschutzabkommens erfolgte im April 2016 in New York. Diese Unterzeichnung war ein formeller Ausdruck der Bereitschaft, dem Pariser Abkommen beizutreten. Die rechtswirksame Zustimmung erfolgte allerdings erst am 4. November 2016, 30 Tage, nachdem 55 Staaten, die zudem mindestens 55 % der Emissionen verursachen, die Ratifizierung des Weltklimavertrags abgeschlossen hatten.

Bis dato waren das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) und sein Kyoto-Protokoll die derzeit einzigen beiden völkerrechtlich verbindlichen Instrumente der internationalen Klimapolitik. Beim Umweltgipfel von Rio de Janeiro 1992 unterzeichneten 155 Staaten die UNFCCC. Aus dieser ging das Kyoto-Protokoll hervor, welches eine gemeinsame Emissionsreduktion forciert und für die Vertragsstaaten auch verbindlich macht (Entwicklungsländer hatten unter dem Kyoto-Protokoll keine Verpflichtungen). Darüber hinaus gibt es EU-interne rechtsverbindliche Vorgaben zur Emissionsreduktion, insbesondere Richtlinien und Entscheidungen als Teil des Klima- und Energiepakets der Europäischen Union innerhalb der Strategie Europa 2020.

Player der internationalen Klimapolitik
  • UNFCCC: Das Sekretariat der UN-Klimarahmenkonvention unterstützt die Verhandlungen über die Nachfolge des Kyoto-Protokolls, sorgt für Informationsaustausch und liefert Expertise.
  • IPCC: Der Klimarat (IPCC – Intergovernmental Panel on Climate Change) wurde als Sonderorganisation der UNO 1988 gegründet. Das IPCC erarbeitet eine umfassende, objektive, offene und transparente wissenschaftliche Basis zum besseren Verständnis des Risikos des vom Menschen verursachten Klimawandels.
Umsetzung in Österreich

Im Juli 2016 wurde der Pariser Vertrag im österreichischen Nationalrat ratifiziert, der eine schrittweise Dekarbonisierung in diesem Jahrhundert anstrebt. Als Teil der Europäischen Klimapolitik sind für Österreich die Einhaltung des 2 °C-Zieles und eine Emissionsreduktion um 80-95% bis 2050 gegenüber 1990 richtungsweisend. Diese Richtung steht im Einklang mit den Ergebnissen des IPCC und den Vereinbarungen der Vertragsstaatenkonferenzen der UNFCCC. Um dieses Ziel möglichst kosteneffizient zu erreichen und gleichzeitig die europäische Wirtschaft und das Energiesystem wettbewerbsfähiger, sicherer und nachhaltiger zu gestalten, wurde bereits 2011 ein Fahrplan für eine schrittweise Transformation zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft bis 2050 vorgelegt.

Demnach soll eine EU-interne Treibhausgasreduktion in allen Sektoren um 80 % gegenüber 1990 erfolgen. Die wichtigsten, momentan in Verhandlung stehenden, Zwischenziele wurden im Oktober 2014 im Rahmen des Klima-und Energiepakets 2030 festgelegt:

  • Reduktion der Treibhausgas-Emissionen um mindestens 40 % (im Vergleich zu 1990)
  • Um dies zu erreichen, müssen die Sektoren außerhalb des Emissionshandels die Emissionen bis 2030 um 30 % senken und jene im EU-Emissionshandel um 43 % (jeweils bezogen auf die Basis des Jahres 2005). Eine Aufteilung der Emissionsreduktionen außerhalb des Emissionshandels erfolgt im Jahr 2016 im Rahmen des sogenannten „EU-Effort-Sharing“ in Bezug auf das BIP pro Kopf der Mitgliedsstaaten. Österreich wird aufgrund des wirtschaftlichen Wohlstandes mehr leisten müssen. Im Moment laufen die Verhandlungen auf 36% Reduktion hinaus.
  • Erreichung eines Anteils der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung von mindestens 27%.
  • Verbesserung der Energieeffizienz um mindestens 27%, was 2020 überprüft und gegebenenfalls auf 30% erhöht werden soll.

Aus den Analysen zum Fahrplan geht deutlich hervor, dass die Kosten langfristig umso niedriger sind, je früher entsprechende Maßnahmen gesetzt werden. Bei Verschiebung von Maßnahmen werden zu einem späteren Zeitpunkt wesentlich drastischere Emissionsreduktionen notwendig.

Des weiteren bedeutet die Umsetzung des Weltklimavertrags auch zusätzliche Maßnahmen mit Entwicklungsländer-Bezug, insbesondere Aktivitäten in den Bereichen Anpassung, Technologietransfer, Kapazitätsaufbau und internationale Klimafinanzierung.

Klimastrategie & Klimaschutzgesetz

Das im Jahr 2011 beschlossene Klimaschutzgesetz (KSG) legt Emissionshöchstmengen für sechs Sektoren (Abfallwirtschaft, Energie und Industrie, fluorierte Gase, Gebäude, Landwirtschaft, Verkehr) fest und regelt die Erarbeitung und Umsetzung wirksamer Klimaschutzmaßnahmen außerhalb des EU-Emissionshandels. Es bildet damit eine wesentliche Säule der österreichischen Klimapolitik bis zum Jahr 2020. Österreich setzt die Ziele im Klimaschutzgesetz mit dem nationalen Maßnahmenprogramm klimaaktiv um.

Nationale Anpassungsstrategie

Ziel der Nationalen Anpassungsstrategie ist es, nachteilige Auswirkungen des Klimawandels auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu vermeiden und die sich ergebenden Chancen zu nutzen. Die Nationale Anpassungsstrategie wurde 2012 von der Bunderegierung verabschiedet und gliedert sich in zwei Teile: strategisches Rahmenwerk und Aktionsplan.

Player nationaler Klimapolitik
  • Bund, Länder, Gemeinden: Zentraler klimapolitischer Akteur auf Bundesebene ist das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft – BMLFUW.
  • Auf Landesebene kommt den vollziehenden Mitgliedern der Landesregierung eine hohe Bedeutung zu – vor allem in den Bereichen Raumordnung, Bauordnung und Wohnbauförderung oder Heizungsanlagen.
  • Die Verfassung überträgt den Gemeinden zudem einige wichtige Verwaltungsaufgaben zur autonomen Erledigung im Wirkungsbereich, etwa in den Bereichen der örtlichen Raumplanung oder örtlichen Baupolizei.
  • klimaaktiv: Die Initiative klimaaktiv des Umweltministeriums wurde im Jahr 2004 gestartet und ist Teil der österreichischen Klimastrategie. Die Österreichische Energieagentur setzt klimaaktiv um und koordiniert die Maßnahmen in vier Themenbereichen: Bauen & Sanieren, Energiesparen, Erneuerbare Energie und Mobilität.

Weblinks

Ministerium für ein Lebenswertes Österreich
klimaaktiv
Klima- und Energiefonds
Umweltbundesamt
Austrian Panel on Climate Change 
Climate Change Centre Austria 
Pariser Klimaabkommen
IPCC – International Panel of Climate Change
Klima- und Energiefonds Youtube Channel
Worldwatch Institute
Max Planck Institut: Klimaforschung Berichte 
Klimabündnis Österreich
Österreichische Energieagentur
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Links zu Studienrichtungen zum Thema Klimapolitik

BOKU: Master Studium Umwelt- und Bioressourcenmanagement im Schwerpunkt Klima
FH Krems: Master Studium Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement

Onlinepublikationen

Klimaschutzbericht 2016 (Umweltbundesamt)
IPCC Summary (Intergovernmental Panel of Climate Change)
Österreichischer Sachstandsbericht Klimawandel (Austrian Panel of Climate Chanbe)
Die Österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel (BMLFUW)
Die wichtigsten Ergebnisse der UN-Klimakonferenz COP 23 in Bonn (BMUB)
Leitfaden Klimaschutz in Gemeinden – Kapitel Klimawandel und Klimapolitik (Klimabündnis Österreich)
REDD: Wie Klimapolitik den Wald entdeckt und verändert (Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika)

Literatur zum Thema

Klimapolitik. Ziele, Konflikte, Lösungen

Michael Jakob, Ottmar Edenhofer
C.H. Beck, 2017

Das Ziel von Klimapolitik besteht darin, die Folgen des Klimawandels zu begrenzen. Kaum ein Politikbereich ist so sehr abhängig von der Wissenschaft. Das hat auch einen Vorteil: Wissenschaftliche Erkenntnisse kann man nicht mit einem bloßen Machtwort manipulieren. Regierungen können in der Debatte mit der Wissenschaft nicht mehr ausschließlich auf Macht und Interesse rekurrieren, sondern müssen sich auf Wahrheit, Objektivität, Fakten und Werte beziehen. Noch hat die Menschheit wenig Erfahrung mit der gerechten und effizienten Nutzung globaler Gemeinschaftsgüter. Daher kommt der Klimapolitik eine besondere Bedeutung zu, denn sie hat für die internationale Kooperation auf vielen Feldern eine Vorbildfunktion.

Zwei Grad. Eine Tonne.

Buchcover Zwei Grad. Eine Tonne

Christof Drexel, 2018

Um die globale Erwärmung unter dem gefährlichen Ausmaß von zwei Grad zu halten, müssen die jährlichen CO2-Emissionen von derzeit zwölf auf eine Tonne pro Person reduziert werden. Wie dieses Vorhaben gelingen kann, wird in diesem Buch präzise berechnet. Die einzelnen Lebensbereiche werden durchleuchtet, es werden Einsparpotenziale aufgespürt, die nicht nur dem Klima guttun. Potenziale der Effizienz, die sich auch wirtschaftlich lohnen, werden ermittelt, und eine dekarbonisierte Energieversorgung, die technisch machbar und leistbar ist, wird beschrieben.
In einem literarischen Zwischenkapitel versetzt sich der Gastautor Wolfgang Mörth in das Jahr 2044 und beschreibt, wie eine Welt aussehen könnte, in der das Klimaziel bereits erreicht ist und vor allem, wie es dazu kam.
Im letzten Teil des Buches findet sich eine Skizze des wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Wandels, der die Erreichung von Zwei Grad. Eine Tonne. rechtzeitig ermöglicht.

Herausforderung Klimaschutzpolitik. Probleme, Lösungsstrategien und Kontroversen

Thorsten Hippe
Verlag Barbara Budich, 2016
Die Eindämmung des anthropogenen Klimawandels gilt auch historisch betrachtet als eine der größten weltpolitischen Herausforderungen für das künftige Wohlergehen der Menschheit. Dieses Buch bietet eine allgemein verständliche, systematische problemorientierte Einführung in sozialwissenschaftliche Grundlagen dieser umweltpolitischen Herausforderung.

Selbstverbrennung. Die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff

Hans Joachim Schllnhuber
C. Bertelsmann, 2015
ISBN: 978-3-57010-262-6

Die Eindämmung des anthropogenen Klimawandels gilt auch historisch betrachtet als eine der größten weltpolitischen Herausforderungen für das künftige Wohlergehen der Menschheit. Dieses Buch bietet eine allgemein verständliche, systematische problemorientierte Einführung in sozialwissenschaftliche Grundlagen dieser umweltpolitischen Herausforderung.

Wir haben die Wahl. Ein Plan zur Lösung der Klimakrise.

Al Gore
Riemann Verlag, München 2009
ISBN: 978-3-57050-115-3

Gore dokumentiert, dass die mutigen Entscheidungen, die für den Klimaschutz notwendig sind, neue Arbeitsplätze schaffen und helfen, unsere Wirtschaft zu wirklicher Nachhaltigkeit umzubauen.

State of the World 2014- Governing for Stustainability

Worldwatch Institute, 2014
ISBN: 978-1-61091541-0

Die Erwartungshaltung von BürgerInnen, dass ihre Regierungen den Weg einer nachhaltigen Entwicklung beschreiten, wurde durch internationale Konferenzen wie Rio II und das Verhindern klimaschutzwirksamer Gesetzgebung durch die USA getrübt. Das bedeutet nicht, dass es keine nachhaltige Entwicklung gibt – allerdings wird diese oft nicht von „oben“ sondern von „unten“ vorangetrieben. Klimaschutz, Artenschutz, Gleichbehandlung und andere Problemfelder einer Nachhaltigen Entwicklung werden von der lokalen Bevölkerung, von Frauenbewegungen und „Grassroot-Organisationen“ auf der ganzen Welt initiiert und durchgeführt – oft in Opposition zu den herrschenden Programmen von Regierungen und großen Unternehmen.

Umkämpfte Rohstoffe. Märkte, Opfer, Profiteure

Dieter Eich/Ralf Leonhard
Ch. Link Verlag, 2013
ISBN: 978-3-86284-257-5

Wahrscheinlich brauchen wir in 25 Jahren drei Planeten. Denn eine Ressourcen schonende Strategie wurde von der Politik verschlafen und, so die Autoren, Edel-Zertifikate, good governance und corporate social responsibility erweisen sich oft als leere Phrasen. Neben Analysen über Opfer und Profiteure präsentieren sie alternative Nachhaltigkeitsmodelle und Vorschläge für entsprechende politische Regelungen.

Warmzeit. Klima, Mensch und Erde

Barbara Bauer, Adolf Buitenhuis, Dorothée D’Aprile, Manfred Kriener, Le Monde diplomatique, 2017

Der Klimagipfel in Paris 2015 war der Startschuss im Wettlauf um die Zukunft. Nach zwei Jahrzehnten der Lähmung, in denen der weltweite Klimaschutz stagnierte und nur der CO2-Ausstoß gut vorankam, schwebt wieder Hoffnung durch die Atmosphäre. Aber wie geht es jetzt weiter? Wie viel Zeit bleibt noch zum Umsteuern? Wie schnell schmilzt das Polareis wirklich? Mit Beiträgen von Franz Alt, Stefan Rahmstorf, Kirsten Kohlhaw, Elizabeth Rush u. a. Zudem mit der Erklärungen zum Klimawandel des Dalai Lama, von Papst Franziskus und Häuptling John Fire Lame Deer

Klimawandel und die internationale Klimapolitik in Zahlen

Cover Der Klimawandel und die internationale Klimapolitik in Zahlen

Stephan Buhofer
oekom Verlag, 2017

Zahlen spielen in der Diskussion rund um den Klimawandel eine zentrale Rolle. Sie sind der Ausgangspunkt für eine adäquate Klimapolitik und die Information der Öffentlichkeit. Doch was bedeuten all die Zahlen rund um Emissionen und Reduktionsziele und vor allem: Wo genau steht die Menschheit heute? Stephan Buhofer erläutert die wichtigsten Klimakennzahlen, analysiert Hintergründe und bietet darüber hinaus Einblicke in die theoretischen Aspekte der Klimawissenschaft und der Klimadiplomatie. Er bietet so eine fakten- und zahlenstarke Grundlage für die eigene Meinungsbildung über die große Herausforderung der heutigen Zeit, den Klimawandel.

Klimageschichte Europas. 1200 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen

Rüdiger Glaser
Primus Verlag, 2013
ISBN: 978-3-53426-174-1

Sind die Unwetter und Katastrophen der letzten Jahre Ausdruck einer Klimaveränderung oder gab es sie schon immer? Diese 1000 Jahre umfassende Klimadarstellung, die auf den unterschiedlichsten Quellen basiert, ist einmalig für Mitteleuropa. Sie belegt die nachhaltigen Veränderungen des Klimas in den vergangenen Jahrhunderten, die Auswirkungen auf die Gesellschaft und macht deutlich, bis zu welchem Grad der Mensch in jüngerer Zeit Einfluss genommen hat.

Der geplünderte Planet. Die Zukunft des Menschen im Zeitalter schwindender Ressourcen.

Ugo Bardi
oekom Verlag, 2013
ISBN-13: 978-3-86581-410-4

Ohne Öl keine erdumspannende Mobilität, ohne Seltene Erden keine Handys, ohne Phosphat kein billiger Dünger. Wie ein Junkie von seiner Droge ist unsere Zivilisation abhängig von den Schätzen, die die Erde birgt. Doch die Anzeichen mehren sich, dass die Zeit billiger Rohstoffe bald vorbei sein wird. Wie wird sich die Weltwirtschaft entwickeln, wenn sich die Fördermengen der wichtigsten Ressourcen nicht mehr steigern lassen?

Atlas der Globalisierung. Weniger wird mehr

Barbara Bauer et al, Le Monde diplomatique, 2017

Was Wachstum ist, weiß jeder – aber was bedeutet Postwachstum? Das klingt nach einer utopischen Gesellschaftstheorie. Denn in der Wirklichkeit gilt Wachstum immer noch als Allheilmittel gegen Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung und andere Risiken. Ohne Wachstum kein Wohlstand, keine Freiheit, kein Erfolg. Doch auf einem begrenzten Planeten kann es kein unbegrenztes Wachstum geben.
Auf die Endlichkeit der Ressourcen und die Umweltschäden, die unser Ex-und-hopp-Konsum verursacht, hat bereits vor über 40 Jahren der Club of Rome mit seinem berühmten Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ aufmerksam gemacht. Wir ahnen schon lange, dass es so nicht weitergehen kann und dass Wachstum nicht die Lösung, sondern das Problem ist. – Als vor 12 Jahren der erste „Atlas der Globalisierung“ von Le Monde diplomatique erschien, war Globalisierung noch ein Expertenthema. Heute lernen die Kinder in der Grundschule, was das ist. Morgen werden sie wissen, wie Postwachstum geht. Weil der Klimawandel stattfindet, weil die Finanzkrise ganze Volkswirtschaften bedroht, weil die industrielle Produktion mehr Rohstoffe verbraucht denn je. Es ist höchste Zeit umzudenken. Der Postwachstumsatlas liefert Ideen und Informationen, nicht zuletzt mit seinen tollen Grafiken. – Mit Download und über 300 Karten und Grafiken.

Die unheimlichen Ökologen. Sind zu viele Menschen das Problem?

Balthasar Glättli, Pierre- Alain Niklaus (Hrsgb.)
Rotpunktverlag, 2014

 

Die Autoren in diesem Buch orten in vielen ökologischen Lösungsansätzen eine gehörige Portion an Unheimlichem: Gemeint sind menschenverachtende Denktraditionen. Denen wird ein anderes Verständnis von Ökologie gegenübergestellt – eines, das die Menschen und ihre Grundrechte ins Zentrum rückt, nach Verteilungsgerechtigkeit fragt und eine Kritik an der Ausbeutung von Mensch und Planet formuliert

Was macht Herr Lin in Afrika?

Petra Navara
Edition Steinbauer, 2013
ISBN: 978-3-902494-68-9

Chinas Engagement in Afrika führt in Diskussionen oft in eine Sackgasse. Von neuen Kolonialherren, rücksichtsloser Ausbeutung der Ressourcen und der gelben Gefahr ist rasch die Rede. Navara, die zur Zeit in Ugan-da lebt, setzt sich mit diesen Vorwürfen auseinander. In der Analyse historischer und wirtschaftspolitischer Hintergründe sieht sie die Interessen Chinas, Europas und Amerikas nun in Afrika aneinander geraten. Sie kommt dabei v.a. über persönliche Zugänge und sensible Beobachtung des Alltags zu anderen Bildern, die LeserInnen gefangen nehmen und verlocken, anders und etwas genauer hinzusehen.